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Pro/Contra KnitPro

Sie sind in aller Munde: die auswechselbaren Nadelspitzen von KnitPro ehemals KnitPicks. Auch ich habe sie mir vor einiger Zeit zugelegt und auch Seile dazu gekauft (davon allerdings nur wenige, da man ja die Anzahl der UFOs verringern möchte 🙂 ). Dann kamen irgendwann die Verbindungs-Zwischenstücke dazu. Diese sind super, wenn man mehrere Seile verbinden möchte, um ein langes Seil zu erhalten z. B. für die umlaufende Blende einer Jacke.

Mit den dazugehörigen Zopfnadeln konnte ich noch nie wirklich was anfangen. Ich bevorzuge die Maschenhalter von Clover, da bei diesen die Nadel garantiert nicht rausrutschen kann.

Anfangs war ich von dem auswechselbaren System schwer begeistert und verbannte meine alten Bambusnadeln in einen Karton ganz unten im Schrank. Wegwerfen kann ich so etwas nicht. Es kam dann irgendwann die Zeit, als ich Maschen oder fertige Pulli-Teile stilllegen musste und da waren die aussortierten Nadeln gut.

Doch nach und nach zeigten sich auch die Nachteile. Denn die Raffinesse dieses Systems ist auch gleichzeitig ihre Achilles-Ferse: Die Gewinde, mit denen die Nadelspitzen an die Seile geschraubt werden. Wenn man die Teile nicht fest genug aneinander schraubt, weil man das Gewinde nicht überdrehen will, dreht sich das Ganze während des Strickens auf! Im besten Fall bleiben die Maschen nur an der entstehenden Kerbe hängen, im schlimmsten Fall lösen sich die Teile komplett voneinander und es gibt eine Menge fallende Maschen.

Wenn dieses Problem nur hin und wieder auftreten würde, würde ich diesen Beitrag nicht bloggen. Aber bei mir tritt es nun fast alle 15-20 Reihen auf! Sehr nervtötend! Mittlerweile habe ich mir die Nadeln in meinen Lieblingsstärken alle nochmal mit festen Seilen gekauft. Da ich das Stricken mit Metallnadeln nicht vertrage, bin ich bei den Holznadeln geblieben. Auch weil mir die Optik und auch die fein gearbeiteten Spitzen gefallen. Man sticht mit diesen Spitzen zwar unter Umständen etwas schneller in das Garn (wenn man mit dem Garn vertraut ist, passiert das aber nur selten), aber verschränkte Maschen und das Zusammenstricken von Maschen fällt mit diesen Nadeln leichter.

Selbst die lang zusammengebauten Seile für die Jackenblenden nutze ich nicht, sondern stricke sie mit mehreren Rundstrick-Nadeln. Die fehlenden Nadeln (wer hat schon 3 von einer Stärke) leihe ich mir dann von anderen Strickerinnen aus meinem Nadeltreff.

Nun kann sich jeder sein eigenes Fazit ziehen, ich habe das meine schon getan.

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4 Kommentare zu „Pro/Contra KnitPro

  1. Deiner EInschätzung kann ich nur zustimmen! Auch ich fühlte es eines Tages in mir, diese schönen praktischen bunten Nadeln haben zu müssen. Nach dem Starter-Set kam es zu Suchterscheinungen und es entstand eine Sammlung an Spitzen, an Seilen, Verbindern und Nadelspielen. Und irgendwann ging das Theater mit den Gewinden los, manche an den einzeln gekauften Seilen vorzugsweise, waren von Anfang an vergurkt. Aber die leichten bunten Spitzen und die dünnen sehr flexiblen Seile haben ja so ihre Vorteile, vor allem beim Socken- und Handschuhstricken. Also stellte frau um auf die fest montierten Rundnadeln. Diese benutze ich jetzt fast ausschließlich, die anderen nur in Ausnahmefällen (wenn zu viele UfOs zu viele Nadeln blockieren….). Unterm Strich tröstet es mich nun ein wenig, dass ich nicht die einzige mit dem Gewinde-Problem bin, das macht es aber auch nicht lustiger. KnitPro sollte sich da mal was einfallen lassen, denke ich!
    Liebe Grüße – Froggie

  2. Dein Artikel stimmt mich nachdenklich. Ich habe vor kurzem KnitPro- Jackenstricknadeln (2 Paar) mit dem Hintergedanken gekauft, ich würde mir etwas Gutes tun und hätte dann etwas fürs Leben, und bin damit sehr unzufrieden. Beim ersten Paar lösten sich die bunten Knöpfchen bereits vor der ersten Benutzung, bei dem zweiten Paar schon nach drei Tagen. (Sie wurden nebenbei nicht umgetauscht, mir wurde gesagt, es würde zu teuer, weil man sie aufwendig verpacken müsse, um sie dem Hersteller zurückzuschicken, da lohne sich ein Umtausch nicht, ich solle sie mit normalem Kleber wieder befestigen …) Ich hatte vorausgesetzt, KnitPro wäre eben ein „Rundstricknadelhersteller“ und es fehle einfach an Know-how für Jackenstricknadeln, aber was Du da beschreibst, lässt tief blicken …
    Viele Grüße
    Martine

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