Kindermund

Kindermund …, Klappe, die elfte

Der heutige Kindermund befasst sich ausnahmsweise nicht mit Kindern, sondern mit einem Hund. Genauer gesagt mit dem Besuchshund meiner Nachbarin.

Dieses Tier war für einen Tag bei besagter Nachbarin, die selbst auch einen Hund namens Tosca hat, zu Besuch. Als ich meine Kinder an diesem Tag in den Kindergarten brachte, waren beide Hunde gerade im Garten. Der heimische Hund hüpfte vergnügt um den Gast herum und forderte ihn unentwegt zum Spielen auf. Sie bellte ihn an, legte sich vor ihn und rollte sich sogar hin und her.

Der Gast reagierte nicht darauf. Er stand im Schatten eines Baumes, wedelte aufgeregt mit dem Schwanz – aber das galt nicht Tosca – und beobachtete den Rasen.

Ich fragte meine Nachbarin danach.

„Der fängt Schatten“, war ihre Antwort.

„Hä?“ dachte ich und vermutete, dass er seinem Schwanz-Schatten hinterherjagen würde, den er auf dem Rasen sah. Manche Hunde lieben es ja, ihrem Schwanz hinterher zu jagen, den sie ja doch nie zu schnappen bekommen. 🙂 Doch der Hund stand ja komplett im Schatten. Sein Schatten war gar nicht auszumachen.

Die Nachbarin bemerkte meinen fragenden Blick und sagte: „Warte noch ein bißchen.“

Ein Schmetterling flog durch die Sonne und mir wurde klar, dass es endlich Sommer war. ENDLICH! Mitten in meinen Gedanken schoss der Hund los und jagte über den Rasen. Zunächst dachte ich, er würde nun doch mit Tosca spielen, die sich mittlerweile an das andere Ende des Grüns verzogen hatte, aber weit gefehlt.

Er jagte dem Schatten des Schmetterlings hinterher. Dieser hatte sich allerdings schon längst aus dem Staub gemacht und der Rasen war wieder makellos schattenfrei.

„Und jetzt pass auf“, sagte die Nachbarin.

Der Hund trabte zurück zu seinem vorherigen Platz im Schatten des Baumes und lauerte auf den nächsten Schatten. Der ließ nicht lange auf sich warten und erschien in Form eines vorüberfliegenden Vogels. Der war natürlich noch schneller verschwunden als der Schmetterling, dennoch schoss der Vierbeiner aus seinem „Versteck“. Die Jagd war zwar wieder erfolglos, doch der Hund trabte erneut zu seinem Platz zurück. Immer eifrig schwanzwedelnd.

Am liebsten hätte ich mir einen Stuhl geholt und dem Hund noch ’ne Weile zugesehen, doch die Kinder mussten ja in den Kindergarten.

„Verrückt, gell“, sagte meine Nachbarin.

„Bei uns Menschen hat auch jeder seine Macke“, antwortete ich, „warum sollte es bei Hunden anders sein.“

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