Knipsereien

Knipsereien, Teil 2

Tja, eigentlich wollte ich gestern abend stricken, eigentlich.

Aber was tut man, wenn sich ein Gewitter nähert? Unterm/Im Bett verkriechen? Das Weite suchen? NEIN!

Man verschanzt sich im Speicher und zückt die Kamera! Schließlich habe ich nun endlich die technischen Spielereien zusammen, die notwendig sind, um dieses Naturschauspiel einzufangen: Stativ und Funkfernbedienung.

Noch schnell – bei Licht – die Ausrüstung gecheckt (natürlich hatte ich vergessen das Kabel der Funkfernbedienung anzuschließen und wunderte mich, warum nichts ging 😳 ) und dann konnte es losgehen.

Gleich das fünfte Bild war ein Volltreffer.

Doch dann hatte der Blitz gemerkt, dass er im Blitzlicht-Gewitter steht 😉 und wurde kamerascheu.

Taghell, aber kein Blitz auf dem Bild. Der war oben rechts … irgendwo.

Hier war er wieder feige und schlängelte sich am linken und oberen Bildrand entlang. Der Rest des Blitz war wunderbar und zog sich über den gesamten Himmel, nur nicht in meinen Bildausschnitt. 😦

Naja, … immerhin ist was drauf. Der Rest machte den Himmel wieder taghell.

Während ich dann den Akku wechseln musste (nach 1,5 Stunden mit langer Belichtungszeit macht da jeder schlapp), blitzt ees unaufhörlich. Grmpf!

Als ich dann nach knapp 2 Stunden aufgeben und schon zusammenpacken wollte, entstand dieses Bild:

Kurz darauf verabschiedete sich das Gewitter mit einem grandiosen Finale, dass sich über den gesamten Horizont zog.
Überall blitzte es und es entlud sich die letzte Spannung. Danach herrschte Stille.

Wer das auch mal ausprobieren will, der sollte sich schon an normalen Tagen überlegen, wohin er gehen will, wenn Gewitterwolken aufziehen, denn wer dann noch ein Motiv sucht, verschwendet Zeit. In Ermangelung eines Babysitters war ich an mein Haus gebunden. Doch der Kirchturm war mein bevorzugtes Motiv. Leider hatte sich das Gewitter an einer anderen Stelle festgesetzt, also Plan B (einfach knipsen 😉 ) . Es ist auch hilfreich, schon vorher mal ein paar Bilder bei Nacht zu machen, damit man in etwa die Einstellungen schon kennt. Ich habe hier mit der „BULB“-Funktion der Kamera und einer Funkfernbedienung geknipst; anders wär das ja auch nicht gegangen. Zwischendurch setzte ich testweise meinen schwächsten Graufilter auf, um die Belichtungsdauer zu verlängern, aber das brachte gar nichts, die Blitze waren nicht mehr zu sehen. Der empfiehlt sich also bei Aufnahmen am Tag.

Wenn der Bildausschnitt gewählt ist, scharfstellen (zugegeben, das ist mir bei dem ein oder anderen Bild nicht ganz gelungen) und auf manuellen Fokus umschalten. Einige Probebildchen machen, um die Belichtungsdauer zu bestimmen. Meine Bilder lagen zunächst bei 17-20 sec, dann erhöhte ich auf 20-30 sec, weil die Nacht vollends hereingebrochen war.

Dann zurücklehnen und genießen. Meine Kamera zeigte mir die Zeit an, doch ich zählte immer mit, da meine Blicke über den gesamten Himmel schweiften. BULB an, bis 20 zählen, BULB aus, und wieder von vorne. Die Kamera war also immer am Belichten.

Achja, neben der Ausrüstung braucht man Zeit und Geduld. Die Blitze schießen quer über den Himmel und irgendwann treffen sie auch Deinen Bildausschnitt. Und Angst vor Blitzen oder Donner sollte man natürlich auch nicht haben. 😉

Von ca. 180 Bildern blieben tatsächlich nur 34 übrig, die etwas taugten bzw. bei denen mir das Licht besonders gut gefiel. Das Shooting dauerte über 2 Stunden, aber ich finde es hat sich gelohnt.

Hat noch jemand von Euch ein Gewitter fotografiert? Welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht?

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2 Kommentare zu „Knipsereien, Teil 2

  1. Tolle Bilder!
    Ist wohl das schwierigste Motiv, ausser vielleicht Sturm- und Vulkanausbruchbilder, das es gibt. Da beissen sich auch Berufsfotografen die Zähne dran aus. Von daher: grosses Kompliment!

    Liebe Grüsse
    Alpi

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