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Meine Strick-Evolution

Jede Strickerin hat mal klein angefangen.

Dies ist durchaus in mehrerlei Hinsicht zu verstehen.
1. Meine Generation (BJ 80) lernte das noch in der Schule (1. Klasse) – also war man da von der Körpergröße her klein 🙂
2. Man strickte zuerst nur Kleinigkeiten wie einen Schal
3. Da Equipment war auch mal klein, ebenso die Wollvorräte :mrgreen:

Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man ehrgeiziger wird. Ein Pulli soll es werden, oder vielleicht doch erst eine Mütze? Bei manchen schließt sich das direkt an die Lernphase an, bei anderen dauert es Jahre, bis sie nach den ersten Anfängen und auch Fehlschlägen erneut zu den Nadeln greifen.

So ähnlich war es dann auch bei mir: In der Schule gelernt und gehasst! Dann irgendwann mal wieder eine Nadel bei Mami im Körbchen entdeckt und einen Schal begonnen, der allerdings im mittleren Maschenteil nach oben wuchs und totales Fiasko wurde. 👿

Als ich dann irgendwann meinen zukünftigen Mann kennenlernte, wünschte er sich von mir eine wollige Verpackung für ein Spiel, das ich ihm geschenkt hatte. Die Tasche wurde zwar gehäkelt, aber es war mein Comeback zur Wolle. Zunächst habe ich nur gehäkelt (Zitat: Da habe ich nur eine Masche, die mir fallen kann).

Doch die gestrickten Sachen gefielen mir nach wie vor besser, da sie schöner fielen, nicht so dick waren und … sie waren einfach schöner! Im Jahr 2006 (?) packte mich dann der Ehrgeiz, als ich sah, dass jemand Babyschuhe strickte. Das wollte ich auch können! Schnell bei nächster Gelegenheit bei Mami angerufen und sich nochmal den Anschlag erklären lassen (wie das per Telefon ging, ist mir bis heute ein Rätsel 😯 ), und losgenadelt. Es entstand ein paar Socken nach dem anderen – hatte das vorher noch nie gemacht und es flutschte nur so. Hach, diese herrlich warmen Füße wollte ich jedem spendieren und versorgte am darauffolgenden Weihnachtsfest die gesamte Familie mit Socken (immerhin 13 Paar).

Dann waren die ersten Großprojekte an der Reihe: Jacken, Westen, Ponchos, ein Mantel etc. wurden genadelt. Auch meine ersten Strickaufträge kamen nun: Eine Weste und ein Poncho.

Ich strickte noch stur nach Anleitungen und ärgerte mich insbesondere bei dem Mantel (NS 3, wadenlang) darüber, dass er nicht passte. Ärmel zu kurz und über der Brust spannte er. 👿

In der Schwangerschaft kamen dann logischerweise die ersten Babysachen hinzu: Babydecken, Mützchen und ihr wisst schon: Babyschuhe :mrgreen:

Das Stricken lief bis dahin meist im „stillen Kämmerlein“ ab und wenn ich eine Frage hatte zog ich meine Strickfreundin, meine Bücher oder vielleicht auch meine Woll-Dealerin zu Rate (meine Mutter wurde in der Zeit an beiden Händen operiert und hatte mit dem Stricken abgeschlossen). Irgendwann begann ich dann, mein Strickzeug mitzunehmen, zum Grillen, zu langweiligen Familienfeiern und auch in meinen Garten… Das wurde aber nicht gerne gesehen.  Von verschiedenen Leuten wurde mir angetragen, dass ich das nicht mehr tun sollte. Ich ärgerte mich darüber, denn die verschiedenen elektronischen Spielzeuge oder die zum Lesen mitgebrachten Bücher anderer Anwesenden wurden nicht bemeckert! Aaargh!

Auch auf die hiesigen Weinfeste, auf denen mein GöGa schlagzeugspielenderweise für die Unterhaltung der Gäste sorgte, begleiteten mich und meine Strickfreundin die Nadeln. Was hat man sich über uns lustig gemacht! 👿 Dabei wollten wir einfach nur das Produkt der zweiten Leidenschaft (die erste sind natürlich wir selbst 🙂 ) unserer GöGas lauschen und dabei unserem Hobby fröhnen.

Mittlerweile schwebe ich (nein ich stehe nicht mehr 🙂 ) über all die Bemerkungen der anderen und ziehe mein eigenes Ding durch. Stricken in der Öffentlichkeit gehört zu meinem Alltag: es wird im Auto (als Beifahrerin) genadelt, auf einschläfernden Festen habe ich zumindest die Tasche dabei (gestrickt wird – um des lieben Friedens willen – dann aber doch nicht), und natürlich überall da, wo man warten muss, beim Arzt oder auch wenn man vorm Krankenhaus steht und darauf wartet, dass der GöGa einen nach der Rückbildungsgymanstik abholt :mrgreen: .

Ich gebe mein Wissen, in dem von mir geleiteten Nadeltreff im Ort, weiter. Es tut einfach gut, wenn man einer Dame so um die 60-65 sagen kann, wie man Stulpen strickt oder eine Randmasche besser arbeiten kann. Eine weitere Strickerin wird mir wohl ewig dankbar dafür sein, dass ich ihr eine andere Art des Abkettens zeigte, der elastischer ist, als der bisher von ihr ausgeführte. Auch ich lerne dazu und merke auch immer wieder, wie positiv es von den Frauen angenommen wird, sich über ihr Hobby austauschen zu können.

So ein Feedback tut gut, da nun auch meine Strickfreundin weggezogen ist und auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr stricken kann.

Anleitungen nehme ich inzwischen – fast – nur noch als Richtlinie. Da ich oft nicht das Original-Garn habe, muss eh immer abändern und nun passt es auch!

Gerne würde ich erfahren, wie so Eure Strickevolution war.

Schreibt doch einen Blogpost und verlinkt meinen Post darauf, dann bekomme ich auch eine Benachrichtigung und verpasse es nicht.

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